| Sonntag, 04 Oktober 2009 | |
Melzer: "Will wieder in Top 30"
Nach seinem -Halbfinal-Out in Bangkok spricht Jürgen Melzer im sportnet.at-Interview über seinen asiatischen Höhenflug, das mögliche -Tokio-Duell mit Angstgegner Juan Martin del Potro und die Entwicklung des Tennissports im fernen Osten.
sportnet.at: Gratulation zum zweiten Halbfinal-Einzug in dieser Saison. Selbst überrascht gewesen, dass es auf Hartplatz nach dem Daviscup gleich wieder so gut läuft?
Jürgen Melzer:: "Doch, da ich aus Chile auch noch einen Husten mitgeschleppt habe und bis heute Antibiotika nehmen musste. Ich hatte von der ersten Runde weg keine schlechte Auslosung, bin gut ins Turnier gestartet. Das Viertelfinale gegen Beck war dann überhaupt eines der besten Matches in diesem Jahr. Ich bin zufrieden damit, wie diese Woche gelaufen ist."
Wie viel Wehmut ist nach dem verpassten Finale dabei? Immerhin hätte dort mit dem Serben Viktor Troicki ein Spieler gewartet, den du in den beiden bisherigen Spielen geschlagen hast.
"Das ist ohne Zweifel schade, weil ich im Finale mit meiner Form sicher Chancen auf den Turniersieg gehabt hätte. Ein Endspiel fehlt mir heuer noch, es bleiben aber vier Möglichkeiten darauf."
Wie wichtig war Fünf-Satz-Sieg im Daviscup gegen Capdeville für deinen Kopf?
"Extrem wichtig. Auch wenn es im Endeffekt nicht für den Klassenerhalt gereicht hat, hatte das Spiel für mich persönlich eine große Bedeutung. Dass ich nicht mein bestes Tennis gespielt habe, weiß ich selbst. Umso schöner ist es, ein solch enges Match gewonnen zu haben."
In Bangkok hast du ausgezeichnet serviert. Woher kommt diese Leistungssteigerung?
"Ich habe nach dem Daviscup viel herumgetüftelt, weil mir das Percentage beim ersten Aufschlag völlig gefehlt hat. Dass ich nach wie vor gut servieren kann, wusste ich ja. In der Halle ist das ohne äußere Einflüsse wie Wind oder Sonne natürlich nochmals einfacher. Da hatte ich auch mit dem Aufwurf keine Probleme."
Du hast die nächsten Wochen kaum noch Punkte zu verteidigen. Was ist dein erklärtes Ziel bis zum Saisonende?
"Mir eine gute Ausgangsposition für das nächste Jahr zu verschaffen. Bei den Australian Open Ende Jänner würde ich gerne wieder zu den 32 gesetzten Spielern gehören."
Kommende Woche würdest du nach einem Auftaktsieg über den Argentinier Leonardo Mayer wieder einmal auf US-Open-Sieger Juan Martin del Potro treffen. Langsam dürftest du ihm oft genug begegnet sein, oder?
"Stimmt, er ist wirklich oft in meinem Rasterviertel, ist wohl so etwas wie ein Auslosungs-Nachbar (lacht). Dennoch ist es immer schön, gegen Top-10-Leute spielen zu dürfen."
Deine Bilanz ist bei 0:5-Siegen nicht sehr vielversprechend. Ist man nach fünf Matches mit seinem Latein nicht schon am Ende?
"Man muss versuchen, ihm immer noch einen Ball mehr zu schlagen zu geben und ihn mit einer hohen Flugbahn hinten zu halten. Dennoch darf man nicht vergessen, wer Del Potro ist. Der hat in New York alle ziemlich paniert. In Indian Wells war ich schon knapp dran, hab nur 6:7 im Dritten verloren. Gegen ihn habe ich nichts zu verlieren."
Du bist heuer schon um die ganze Welt gereist, hast in 16 Ländern Turniere bestritten. Sehnst du schon das Saisonende herbei?
"Ich hätte auf 15 bis 18 Länder getippt (lacht). Ich bin kein Top-10-Spieler, der nur 18 Turniere im Jahr spielen kann. Insofern bleibt mir nichts anderes übrig, als von einem Turnier zum anderen zu reisen. Gegen Ende des Jahres wird es schon zach, noch habe ich aber Reserven. Nach Tokyo spiele ich noch Schanghai, Wien und Basel."
Asien steckt viel Geld in den Tennissport und ködert die Stars nach den US Open mit einer lukrativen Turnierserie. Können die Turniere im Osten mit den westlichen Standards mithalten?
"Absolut. Die Asiaten sind sehr um Professionalität und gute Organisation bemüht, man ist immer in richtig guten Hotels untergebracht. In Bangkok wird einem jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Auch in Tokyo wollen sich die Japaner nichts Schlechtes nachsagen lassen."
Und wie ist der Fan-Zuspruch?
"Der könnte teilweise sicher besser sein. In Bangkok waren erst das Semifinale und das Finale gut besucht. Aus Kuala Lumpur habe ich gehört, dass es richtig leer war. Aber es gibt auch hier die Fans, die Stunden vor dem Hotel warten, um ein Foto mit den Spielern zu bekommen."
Jürgen Melzer:: "Doch, da ich aus Chile auch noch einen Husten mitgeschleppt habe und bis heute Antibiotika nehmen musste. Ich hatte von der ersten Runde weg keine schlechte Auslosung, bin gut ins Turnier gestartet. Das Viertelfinale gegen Beck war dann überhaupt eines der besten Matches in diesem Jahr. Ich bin zufrieden damit, wie diese Woche gelaufen ist."
Wie viel Wehmut ist nach dem verpassten Finale dabei? Immerhin hätte dort mit dem Serben Viktor Troicki ein Spieler gewartet, den du in den beiden bisherigen Spielen geschlagen hast.
"Das ist ohne Zweifel schade, weil ich im Finale mit meiner Form sicher Chancen auf den Turniersieg gehabt hätte. Ein Endspiel fehlt mir heuer noch, es bleiben aber vier Möglichkeiten darauf."
Wie wichtig war Fünf-Satz-Sieg im Daviscup gegen Capdeville für deinen Kopf?
"Extrem wichtig. Auch wenn es im Endeffekt nicht für den Klassenerhalt gereicht hat, hatte das Spiel für mich persönlich eine große Bedeutung. Dass ich nicht mein bestes Tennis gespielt habe, weiß ich selbst. Umso schöner ist es, ein solch enges Match gewonnen zu haben."
In Bangkok hast du ausgezeichnet serviert. Woher kommt diese Leistungssteigerung?
"Ich habe nach dem Daviscup viel herumgetüftelt, weil mir das Percentage beim ersten Aufschlag völlig gefehlt hat. Dass ich nach wie vor gut servieren kann, wusste ich ja. In der Halle ist das ohne äußere Einflüsse wie Wind oder Sonne natürlich nochmals einfacher. Da hatte ich auch mit dem Aufwurf keine Probleme."
Du hast die nächsten Wochen kaum noch Punkte zu verteidigen. Was ist dein erklärtes Ziel bis zum Saisonende?
"Mir eine gute Ausgangsposition für das nächste Jahr zu verschaffen. Bei den Australian Open Ende Jänner würde ich gerne wieder zu den 32 gesetzten Spielern gehören."
Kommende Woche würdest du nach einem Auftaktsieg über den Argentinier Leonardo Mayer wieder einmal auf US-Open-Sieger Juan Martin del Potro treffen. Langsam dürftest du ihm oft genug begegnet sein, oder?
"Stimmt, er ist wirklich oft in meinem Rasterviertel, ist wohl so etwas wie ein Auslosungs-Nachbar (lacht). Dennoch ist es immer schön, gegen Top-10-Leute spielen zu dürfen."
Deine Bilanz ist bei 0:5-Siegen nicht sehr vielversprechend. Ist man nach fünf Matches mit seinem Latein nicht schon am Ende?
"Man muss versuchen, ihm immer noch einen Ball mehr zu schlagen zu geben und ihn mit einer hohen Flugbahn hinten zu halten. Dennoch darf man nicht vergessen, wer Del Potro ist. Der hat in New York alle ziemlich paniert. In Indian Wells war ich schon knapp dran, hab nur 6:7 im Dritten verloren. Gegen ihn habe ich nichts zu verlieren."
Du bist heuer schon um die ganze Welt gereist, hast in 16 Ländern Turniere bestritten. Sehnst du schon das Saisonende herbei?
"Ich hätte auf 15 bis 18 Länder getippt (lacht). Ich bin kein Top-10-Spieler, der nur 18 Turniere im Jahr spielen kann. Insofern bleibt mir nichts anderes übrig, als von einem Turnier zum anderen zu reisen. Gegen Ende des Jahres wird es schon zach, noch habe ich aber Reserven. Nach Tokyo spiele ich noch Schanghai, Wien und Basel."
Asien steckt viel Geld in den Tennissport und ködert die Stars nach den US Open mit einer lukrativen Turnierserie. Können die Turniere im Osten mit den westlichen Standards mithalten?
"Absolut. Die Asiaten sind sehr um Professionalität und gute Organisation bemüht, man ist immer in richtig guten Hotels untergebracht. In Bangkok wird einem jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Auch in Tokyo wollen sich die Japaner nichts Schlechtes nachsagen lassen."
Und wie ist der Fan-Zuspruch?
"Der könnte teilweise sicher besser sein. In Bangkok waren erst das Semifinale und das Finale gut besucht. Aus Kuala Lumpur habe ich gehört, dass es richtig leer war. Aber es gibt auch hier die Fans, die Stunden vor dem Hotel warten, um ein Foto mit den Spielern zu bekommen."
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