| Samstag, 10 Oktober 2009 | |
Niki und Bernie: "Den Jungen fehlt Respekt"
Sie sind Big Player im Formel-1-Zirkus. Niki Lauda - eine Legende, dreifacher Weltmeister, jetzt Insider und -Co-Kommentator im TV. Bernie Ecclestone (78) - der Boss der Formel 1, umstritten, aber mächtig. Gemeinsam rechnen sie in einem Interview mit den verfallenen Sitten in der Königsklasse des Motorsports ab.
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GEPA pictures |
Die "Crashgate-Affäre" brachte das Fass zum Überlaufen. Die Formel 1, ohnehin in den letzten Jahren von Skandalen geschüttelt, steht am Rande der Glaubwürdigkeit. Der Sport rückt immer mehr in den Hintergrund. "Das ist schlimmer als eine Seifenoper", drückte es Red-Bull-Teamchef Christian Horner zuletzt treffend aus.
Nelson Piquet Jr. krachte 2008 beim Grand Prix in Singapur absichtlich gegen eine Mauer, um seinem Teamkollegen zum Sieg zu verhelfen. Der Verantwortliche, Renault-Teamchef Flavio Briatore, musste daraufhin seinen Hut nehmen. In einem Interview mit der Online-Ausgabe der deutschen Sportbild nehmen Lauda und Ecclestone zu den Vorfällen Stellung.
Lauda: "Ich hätte gesagt: Du kannst mich mal!"
"Hätte wer von mir verlangt, ich soll in eine Mauer fahren, hätte ich ihm gesagt: Du kannst mich mal!" Die Worte von Niki Lauda machen deutlich, was er von "Crashgate" hält. Für ihn und Ecclestone ist dieser Fall eine Frage des Respekts. Des Respekts vor einem Unfall, des Respekts vor den anderen Fahrern.
"Früher hast du Zettel im Hotelzimmer hinterlassen, wer deine Sachen abholt, falls du es nicht mehr kannst", sagt Lauda. "So groß war das Risiko, dass du stirbst. Heute kommen die Burschen mit 19 in die Formel 1. Das sind fast noch Kinder. Die meisten haben noch keinen speziellen Charakter, die befolgen solche Befehle."
Da stimmt Ecclestone dem Österreicher zu: "Die fahren gegen eine Mauer, schütteln sich kurz ab und weiter geht's."
Briatore-Strafe zu hart?
Dennoch finden beide die Bestrafung für Briatore (er bekam eine lebenslange Formel-1-Sperre) zu hart. Die FIA-Urteile könne man nicht mit normalen Maßstäben messen, kritisiert Lauda. "Die haben ihr gelbes Regelbuch, das ist glaube ich 100 Jahre alt. Wenn jemand gegen die Etikette verstößt, werfen sie ihn aus dem Club. So lange sie wollen. Das hat mit einem zivilen Gericht nichts zu tun."
"Was mich gestört hat, war die Formulierung", wirft Ecclestone ein. "Man kann einem 20 Jahre, 50 Jahre, von mir aus 150 Jahre Strafe geben. Aber das Wort 'lebenslang' - damit habe ich ein Problem."
Ecclestone, einer wie Ferrari
Dass Ecclestone durch seine enge Beziehung mit Briatore befangen wäre, streitet der Formel-1-Boss vehement ab. "Ich muss die Freundschaft trennen von der Sache, die passiert ist." Da springt Lauda für ihn in die Bresche: "Bernie hat ein großes Herz. Wenn aber etwas gegen seinen Willen, gegen sein Business läuft, dann wird er das niemals vergessen."
Am Ende vergleicht Lauda seinen langjährigen Freund Ecclestone sogar mit Enzo Ferrari. "Der war ähnlich. Auf der einen Seite emotional mit einem typisch italienischen Herzen. Auf der anderen Seite konnte er ein brutales Arschloch sein. Gut, Bernie ist kein Arschloch. Aber beide sind eine Mischung aus Herz und Sturkopf."
Nelson Piquet Jr. krachte 2008 beim Grand Prix in Singapur absichtlich gegen eine Mauer, um seinem Teamkollegen zum Sieg zu verhelfen. Der Verantwortliche, Renault-Teamchef Flavio Briatore, musste daraufhin seinen Hut nehmen. In einem Interview mit der Online-Ausgabe der deutschen Sportbild nehmen Lauda und Ecclestone zu den Vorfällen Stellung.
Lauda: "Ich hätte gesagt: Du kannst mich mal!"
"Hätte wer von mir verlangt, ich soll in eine Mauer fahren, hätte ich ihm gesagt: Du kannst mich mal!" Die Worte von Niki Lauda machen deutlich, was er von "Crashgate" hält. Für ihn und Ecclestone ist dieser Fall eine Frage des Respekts. Des Respekts vor einem Unfall, des Respekts vor den anderen Fahrern.
"Früher hast du Zettel im Hotelzimmer hinterlassen, wer deine Sachen abholt, falls du es nicht mehr kannst", sagt Lauda. "So groß war das Risiko, dass du stirbst. Heute kommen die Burschen mit 19 in die Formel 1. Das sind fast noch Kinder. Die meisten haben noch keinen speziellen Charakter, die befolgen solche Befehle."
Da stimmt Ecclestone dem Österreicher zu: "Die fahren gegen eine Mauer, schütteln sich kurz ab und weiter geht's."
Briatore-Strafe zu hart?
Dennoch finden beide die Bestrafung für Briatore (er bekam eine lebenslange Formel-1-Sperre) zu hart. Die FIA-Urteile könne man nicht mit normalen Maßstäben messen, kritisiert Lauda. "Die haben ihr gelbes Regelbuch, das ist glaube ich 100 Jahre alt. Wenn jemand gegen die Etikette verstößt, werfen sie ihn aus dem Club. So lange sie wollen. Das hat mit einem zivilen Gericht nichts zu tun."
"Was mich gestört hat, war die Formulierung", wirft Ecclestone ein. "Man kann einem 20 Jahre, 50 Jahre, von mir aus 150 Jahre Strafe geben. Aber das Wort 'lebenslang' - damit habe ich ein Problem."
Ecclestone, einer wie Ferrari
Dass Ecclestone durch seine enge Beziehung mit Briatore befangen wäre, streitet der Formel-1-Boss vehement ab. "Ich muss die Freundschaft trennen von der Sache, die passiert ist." Da springt Lauda für ihn in die Bresche: "Bernie hat ein großes Herz. Wenn aber etwas gegen seinen Willen, gegen sein Business läuft, dann wird er das niemals vergessen."
Am Ende vergleicht Lauda seinen langjährigen Freund Ecclestone sogar mit Enzo Ferrari. "Der war ähnlich. Auf der einen Seite emotional mit einem typisch italienischen Herzen. Auf der anderen Seite konnte er ein brutales Arschloch sein. Gut, Bernie ist kein Arschloch. Aber beide sind eine Mischung aus Herz und Sturkopf."
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